3 days to go to WOC Sprint

 

Bald gehts los! Hier noch die letzten Infos für die WM in Italien!

 

Mein WM Programm

5.7. Sprint

7.7. Mixed Sprint  Staffel (Friederich, Hubmann, Kyburz und ich)

9.7. Lang

(11.7.  Mittel ohne mich)

12.7. Staffel (Lüscher, Hauswirth und ich)

 

Die WM Infos

http://www.swiss-orienteering.ch/

http://www.woc2014.info/

http://orienteering.org/

http://worldofo.com/

 

Mein ehemaliger STB- Coach Jürg Reinmann hat im letzten STB Heft einen Artikel über mich geschrieben. Merci JüRe für das super Training in den letzten Jahren!

 

Judith Wyder, der neue Stern am OL-Himmel!

Ihren Status als führende Nation hat die Schweiz an der diesjährigen Orientierungslauf-EM in Palmela (Portugal) zementiert. Massgeblich am Erfolg der Schweiz beteiligt war die 25-jährige STB-Athletin Judith Wyder. Die Orientierungsläuferin gewann an der EM nämlich dreimal Gold und rückte somit nach dem Rücktritt von Simone Niggli-Luder auf einen Schlag ins internationale Rampenlicht.

Judith Wyder an der Cross-SM in Näfels
Judith Wyder an der Cross-SM in Näfels

Der Orientierungslauf wurde Judith Wyder praktisch in die Wiege gelegt. Schon ihre Eltern waren eingefleischte Orientierungsläufer. So erstaunt es nicht, dass die Zimmerwaldnerin bereits als 7-jährige ganz alleine mit Karte und Kompass im Wald unterwegs war. Die Kartentechnik, einer der zentralen Punkte im Orientierungslauf, ist deshalb auch eine von Judiths Stärken. Die meisten von  uns haben sicherlich während ihrer Schulzeit einmal mit mehr oder weniger Begeisterung einen OL absolviert. Das ist aber kaum zu vergleichen mit dem OL im heutigen Spitzensport.

 

OL ist – im Gegensatz zu den anderen Laufdisziplinen – nämlich ein sehr komplexer Sport, der die Aktivität

des ganzen Athleten mit allen physischen und psychischen Anteilen fordert. In keiner anderen Laufsportart werden höhere Anforderungen an die Koordination gestellt als im OL. Querlaufen verlangt das ständige Anpassen der Richtung, der Laufgeschwindigkeit, der Schrittlänge und des Krafteinsatzes an das wechselnde Geländeprofil und die Belaufbarkeit des Untergrundes. Das Lau­fen im Gelände muss daher besonders trainiert werden. Sich wiederholende Bewegungsabläufe, wie sie im Strassen- oder Bahnlauf vor kommen, sind nämlich nur begrenzt möglich ist. Schnelles Laufen im Gelände ist nur dann möglich, wenn eine ununterbrochene Beachtung der Bodenverhältnisse nicht mehr nötig ist, so dass auch das Lesen der Karte während des Laufens ermöglicht wird. Dies erfordert aber die Ausbildung von Reflexbahnen im zentralen Nervensystem, was die Entlastung des Gehirns zur Folge hat, weil die Regulation unbe­wusst auf Rückenmarksebene abläuft. Kartentechnik und Laufgeschwindigkeit müssen deshalb auch parallel zueinander entwickelt werden. Judith wendet aktuell wöchentlich zwischen 12-14 Stunden allein nur für das physische Training auf, verteilt auf 9 – 14 Trainingseinheiten. Hinzu kommen mehrere Stunden pro Woche für die Kartentechnik und das mentale Training. Judith leistet sich, wie sie sagt, keinen vollständigen Ruhetag pro Woche. Mit gezielten aktiven Regenerationsmassnahmen wie Aquajogging oder kurzen Footings fördert sie ihre Erholung. Auch bei einem Kaffee mit schwarzer Schokolade und einem „schnulzigen“ Roman kann sich die Spitzenläuferin gut erholen.

Judith Wyder: Voll konzentriert auf den nächsten Posten
Judith Wyder: Voll konzentriert auf den nächsten Posten

Judith ist aber nicht nur zu Fuss schnell unterwegs, sondern auch auf den Langlaufski. Schon von kindes Beinen an stand die in Zimmerwald aufgewachsene Ausnahmeathletin auf den schmalen Latten. Praktisch vor der Haustür legte ihr Vater jeweils im Winter in Zimmerwald eine Loipe an. Es war denn auch der Langlauf, den Judith nach der obligatorischen Schulzeit nach Schweden brachte. Von 2004 bis 2008 besuchte sie nämlich mangels der Alternativen in der Schweiz das Sportgymnasium in Mora (Schweden). So verband sie OL mit Skilanglauf und gewann im Jahr 2008 auf Anhieb bei den Weltmeisterschaften die Silbermedaille bei den Juniorinnen. Im Langlauf gehörte sie zeitweise als Juniorin sogar dem BOSV-Kader an. Langlauf ist denn bis heute ihre zweite grosse Leidenschaft geblieben. Der Skilanglauf war auch der Auslöser, weshalb Judith überhaupt dem STB beigetreten war. Als sogenannte „Überläuferin“ wechselte sie im Jahr 2008 vom Skiclub STB zur Leichtathletik, denn ihre Zielsetzung war nun der „normalen“ OL. In der Laufgruppe von JüRe musste sie zwar zu Beginn „hartes Brot“ essen. Judith gilt als sehr zielstrebig, ehrgeizig und recht impulsiv. Keine andere Läuferin kann Erfolge ausgelassener feiern als sie. Vergeigt sie hingegen einen Wettkampf oder ein Training, dann fliessen auch schon einmal Tränen. Und weil an vielen STB-Trainings praktisch das damalige halbe Frauenkader von Swiss-Orienteering teil nahm, war die Versuchung gross, jeweils die aktuelle Form unter Beweis zu stellen und sich an die ganz schnellen Frauen zu heften. Die Folgen waren absehbar: der Coach JüRe lief nach dem halben Training ab und zu der Gruppe hinterher, zusammen mit Judith. Das ist aber längst Schnee von gestern. Inzwischen hat Judith eine enorme läuferische Entwicklung durchgemacht. Dies auch dank der letzten zwei verletzungsfreien Wintern, in denen sie durchtrainieren konnte. Aufgrund dieses läuferischen Entwicklungssprungs konnte sie in diesem Jahr das internationale Cross von Lausanne sowie den Altstadt Grand-Prix von Bern für sich entscheiden.

Seit März 2014 ist die ausgebildete Phyisiotherapeutin Profisportlierin. Dies hat sich in ihrem Fall schon bezahlt gemacht.  Zwar hat Judith ihr Potenzial bereits früher mehrmals unter Beweis gestellt. Aber die drei Goldmedaillen an der diesjährigen EM in Portugal bilden den absoluten Höhepunkt in ihrer Karriere. Zuvor hatte sie zwar Staffel-WM-Gold 2012 sowie zweimal WM-Bronze gewonnen, aber noch nie Edelmetall im Einzel. Auf die Frage, ob der Rücktritt von Simone Niggli-Luder einen Einfluss auf ihren Exploit gehabt hat, mein sie nur, dass schon ein gewisser Raum frei geworden sei und

versucht werde, diese Lücke so gut als möglich schliessen. Judith bereitet sich nun auf die Weltmeisterschaften in Italien vor, die vom 3. bis 13. Juli stattfinden. Sie wird dort im Sprint, über die Langdistanz und in der Staffel an den Start gehen. Nach der Weltmeisterschaft wird sie wieder ein 50% Pensum als Physiotherapeutin in Basel antreten. Sie findet die Abwechslung als Bereicherung. Im OL sind es die verschiedenen Landschaften. Als Physio ist es der Kontakt zu den Menschen und die Möglichkeit, ihnen durch ihre Unterstützung das Leben zu vereinfachen.

 

JüRe Reinmann


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