Nach der WM ist vor der WM

Mit dem Trainingslager vor zwei Wochen in Vuokatti haben wir den Countdown für die Weltmeisterschaften in Finnland in Vuokatti gezündet. Es war spannend, am Ort wo ich 2004 meine erste Ski-OL JWOC gelaufen bin, erste OL Trainings zu absolvieren. Das Trainingslager war für mich auch dadurch speziell, da ich erstmals seit einem Jahr ein Trainingslager in voller Länge und Intensität ohne zunehmende Schmerzen durchziehen konnte. J

Das Gelände ist auf verschiedene Arten anspruchsvoll und herausfordernd. In der Mitteldistanz und in der Staffel wird uns ein altes und unbewirtschaftetes „Jungelgelände“ erwarten. Die Belaufbarkeit ist aufgrund des steinigen Bodens meist schlecht und die Sicht ist eingeschränkt. Physisch ist dieses Gelände nicht zu unterschätzen, da wirklich mit jedem Schritt gekämpft werden muss.
Das Langdistanz- Gelände ist ein rechter Kontrast. Es bietet grösstenteils schnelle Belaufbarkeit und gute Sicht. Das Tempo wird hoch sein und der Wechsel ins feincoupierte Gelände und in Dickichte darf nicht unterschätzt werden.

Die Sümpfe, Steine und Dickichte haben viel Kraft gebraucht und darum war ich am letzten Weekend an dem Echt- Bio Wettkampf und an der SM physisch noch nicht ganz erholt.

Echt- Bio (5/6 Wertungslauf)
Am Samstag stand bei brütender Hitze der zweitletzte Wertungslauf des Echt-Bio Cups an. Der Bahnleger forderte von uns schnelle Beine und stellte uns zu Beginn knifflige Routenentscheide. Nach einem guten Start gelang mir der Übergang ins Felsturzgebiet nicht wie gewünscht und ich verlor jeweils 40 Sekunden bei den ersten Posten im steinigen und steilen Gebiet. Zum Abschluss waren dann eher wieder die schnellen Beine und Downhillqualitäten gefordert. Beim drittletzen Posten lag ich dann an der Spitze des Feldes, ehe ich zum zweitletzten und letzten noch einmal wertvolle Zeit verlor. Somit gelang mir aber ein stabiles Rennen und ich freute mich über den zweiten Platz 38 Sekunden hinter Sime. Mit diesem Resultat stehe ich nun auch an zweiter Stelle der Echt- Bio Wertung.

Foto: Sascha Rhyner
Foto: Sascha Rhyner

SM Langdistanz
Am Sonntag wartete die Langdistanz- SM auf der Sissacherflue, ein sehr steiles Geländemit vielen Wegen. Meine Taktik war, bei den Routen möglichst viel zu umlaufen und bei den Verpflegungen genügend Wasser zu mir zu nehmen. Im ersten Drittel des Rennen fühlte ich mich sehr müde und kam nie richtig in Wettkampfstimmung. Bis zur ersten Verpflegung war ich dann auch schon 35 Minuten unterwegs und wohl schon etwas zu fest in einem Delir. Ich trank einen kleinen Becher und auf die Frage, ob sie mir Wasser über den Kopf „schütten“ sollen antwortete ich, sie sollen es mir über meine brennenden Füsse leeren. Die Füsse wurden etwas weniger heiss und bei der zweiten Verpflegung trank ich dann auch gleich vier Becher. J
Die langen Routen zum Schluss forderten dann noch schnelle Beine und Präzision in der Umsetzung der Routen. Aufgrund einer Prellung an der Fusssohle von einem Stein, musste ich den ganzen Lauf kämpfen und mit starken Schmerzen laufen. Zusammenfassend bin ich nicht wirklich zufrieden mit meinem Lauf. Der vierte Rang zeigt aber, dass ich mich entwickle und auch in der Langdistanz das Potential habe im Weltcup vorne mitzulaufen. Zum Glück ist die Prellung schon etwas besser und ich konnte vorgestern den jährlichen 5000m laufen.

Bild Sascha Rhyner
Bild Sascha Rhyner

Am Sonntag lädt die Gemeinde Wald zur gemeinsamen Feier ein. Neben dem Empfang der Hornuser wird auf meine Staffelgoldmedaille von der WM um 19.00 Uhr beim Schulhaus Wald angestossen.


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